Universum Österreich – Land der grünen Grenzen

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Weite Ebenen und enge Gebirgsschluchten, raue Felsgrate und sanfte Hügel, tosende Flüsse und stille Seen. So unterschiedlich diese Naturräume sind, sie ergeben ein Ganzes - Österreich.
 
Ein Land, das sich zugleich auch über seine Grenzen abbildet. Sie stehen im Mittelpunkt dieses neuen Universums in Spielfilmlänge.
Die Universum-Dokumentation von Gernot Lercher „Österreich – Land der grünen Grenze“ führt in die eindrucksvollsten Grenzregionen Österreichs. Und die zählen zugleich zu den spektakulärsten Naturlandschaften Mitteleuropas.
 
Exakt 2.709 Kilometern läuft ein Grenzband rund um unser Land, hält es zusammen und verbindet es mit seinen Nachbarn - und darüber hinaus mit ganz Europa. Dieser Film ist eine Entdeckungsreise mit vielen überraschenden Begegnungen, und nicht immer ist klar, wo Österreich anfängt oder aufhört.
Kriege und Friedensverträge haben bestimmt, wie Österreichs Grenzen zu verlaufen haben.  
Als auch der Eiserne Vorhang fiel, konnten schließlich jene Grenzen, die einst Todesstreifen waren, zu geschützten Lebensräumen werden. Als wichtiger Teil des sogenannten „Grünen Bandes“, das Nordeuropa mit dem Mittelmeerraum verbindet und damit auch Wildtieren diese wichtige Nord-Südtraverse freihält.
 
Gernot Lercher besucht auf seiner filmischen Reise acht Bundesländer. Allein Wien hat keine Staatsgrenze. Trotzdem: Diese Universum-Dokumentation folgt nicht stur dem Grenzverlauf.
Stets blickt sie auch über die Grenze zu unseren Nachbarn und stellt die so unterschiedlichen Regionen rund um Österreich einander gegenüber. Das öffnet die Tür zu einer oft auch kuriosen Grenzwelt mit kaum bekannten Plätzen unseres Landes. Immer wieder kommt es dort zu ebenso abenteuerlichen wie berührenden Begegnungen mit Mensch und Tier.
 
Der Zuschauer begleitet Schafhirten und ihre Herden auf ihrem lebensgefährlichen Weg über Alpenpässe von Süd- nach Nordtirol. Unterwegs auf demselben Weg wie Ötzi vor fast viertausend Jahren. Im Fall der Schafhirten – trotz aller Herausforderungen- jedoch mit Happy End.
Der Film führt in verfallene Grenzkasernen an der ungarisch-österreichischen Grenze. Einst haben sich hier Welten getrennt, heute sind Stacheldraht und Mauern bereits verwachsen und von Baumwurzeln gesprengt, hat die Natur die Macht ergriffen. Hier machen nur mehr Tiere, wie die südrussische Tarantel, Jagd auf andere Individuen machen.
Der Eiserne Vorhang ist längst abgebaut - auch wenn in unseren Köpfen noch so manche „Grenze“ existiert. Tiere sind neugieriger und unerschrockener. Wenn das eine oder andere Mal ein Elch seine Nase über die tschechische Grenze steckt, oder gar ein slowenischer Bär Lust auf österreichischen Honig verspürt, dann ist das nichts anderes als ein starkes Zeichen dafür, dass es auch im 21. Jahrhundert noch Artenvielfalt gibt und auch die großen europäischen Raubtiere noch nicht vollkommen ausgerottet sind. Ein Europa ohne Grenzen kommt auch diesen Tieren zu Gute.
 
Der Mensch hat schon längst wieder freie Bahn. Vergessen sind die Zeiten, als Urlaubszeit mit „Stauzeit“ gleichzusetzen war. Auch am heute meistbefahrenen Grenzübergang in Kufstein, wo an Spitzentagen 50.000 Autos zwischen Deutschland und Österreich hin – und herrasen. Was den Biber, der unweit davon seinen Damm errichtet, unberührt lässt. Er lebt in einer parallelen Welt.
 
Unvorstellbar, dass in den malerischen Weinbergen der Südsteiermark, im Kalten Krieg, eine streng bewachte Grenze zu Jugoslawien verlief. Der Film erinnert daran ebenso, wie an die verlustreichen Kämpfe des ersten Weltkrieg an der Gebirgsfront im Süden. Am Kleinen Pal in den Karnischen Alpen zwischen Österreich und Italien dienen bis heute verfallene Stellungen - direkt an der Grenze - als Mahnmal. Waghalsige Kletterer schaffen es dorthin über die steilen Felswände am Plöckenpass.
 
Ob nun die bayerischen Sennerinnen auf der Salzburger Kallbrunnalm oder eine Grafenfamilie in Hardegg, am ältesten Grenzstück Österreichs. Ob Steinböcke im felsigen Montafon an der Grenze zur Schweiz, oder Gämsen am Kapuzinerberg in der Grenzstadt Salzburg.
 
Wer Menschen und Tiere an Österreichs Grenzen besucht, erkennt bald, wie absurd es ist sich einzuigeln und zu verschließen. Grenzen können mehr sein, nämlich Kraftquelle und Inspiration.
Österreichs einzige Fischerin am Bodensee hat das wohl immer schon so gesehen.
Obwohl Dreiländereck, kennt der Bodensee nämlich keine Grenzen. See ist See, nur wer anlandet, muss sehen, ob er in Österreich, Deutschland oder der Schweiz seinen Fuß an Land setzt. Das ist einzigartig in Europa. Die Fischerin erlebt somit tagtäglich die grenzenlose Freiheit.
 
Die Universum-Dokumentation „Österreich – Land der Grenzen“ ist im Lauf von 80 Drehtagen entstanden. 60.000 Kilometer ist Gernot Lercher mit seinem Kamerateam im Lauf der Dreharbeiten landauf, landab unterwegs gewesen, um Österreichs Grenzen von ihrer atemberaubendsten und berührendsten Seite abzubilden. Darüber hinaus garantieren insgesamt 25 Flugstunden mit dem Hubschrauber spektakuläre Luftaufnahmen eines Landes, das nur auf den ersten Blick überschaubar erscheint.
Bei näherer Betrachtung –von all seinen Seiten – nimmt Österreich nämlich gewaltige Dimensionen an. Sowohl was Natur und Tierwelt, als auch Geschichte und Menschlichkeit betrifft.
 
Ein Film von Gernot Lercher. Eine Koproduktion von ORF und Interspot Film mit Unterstützung durch RTR, BMBF.






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details

Buch und Regie: Gernot Lercher
Kamera: Klaus Achter
Schnitt: Raimund Sivetz
Musik: Roman Kariolou, Johannes Ratheiser
Sprecher: Otto Clemens
Tonmischung: Klaus Gartner
Produktionsleitung: Martin Demmerer
Produktion: Heinrich Mayer-Moroni, Nikolaus Klingohr
Archivrecherche ORF: Bernhard Pichler
Redaktion ORF: Franz Fuchs
Sendungsverantwortung: Andrew Solomon

Erstausstrahlung: 21.10.2014

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Martin Demmerer
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