Universum History In den Fängen der Wikinger

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Die Wikinger Menschenräuber auf großer Fahrt

 
Die Wikinger. Kein anderes Volk ist im Mittelalter derart über sich hinausgewachsen.
Wie aus dem Nichts sind sie Ende des 8. Jahrhunderts auf der Landkarte der Geschichte erschienen.  In nur wenigen Jahrzehnten hatten sie ihren Einfluss vom hohen Norden aus bis in den Vorderen Orient und von der Westküste Europas bis zu den britischen Inseln ausgeweitet. Siedlungen in Island, Grönland und schließlich sogar auf Neufundland manifestierten den Ruf der Nordmänner als ein Volk von Entdeckern und Eroberern.
 
Doch vor allem verbreiteten sie Angst und Schrecken. Sie nahmen sich, was sie greifen konnten. Ländereien, Kulturschätze und Menschen. 
 
Trotzdem gelten sie bis heute als große Helden. Zu Recht?
 
Sagen und Legenden über unbändigen Wagemut und schier grenzenloses Draufgängertum scheinen den Blick auf die dunklen Seiten der Wikinger zu verstellen.
 
So waren es der Menschenhandel und die Sklaverei, die den Alltag der Nordmänner bestimmten, und über Jahrhunderte das Funktionieren und die Ausdehnung jener Wikingerwelt garantierten, die wir bis heute kennen und bewundern.
 
Gefangene der Meere Die Sklaven der Wikinger
 
Warum gingen die Wikinger auf Menschenfang? Wie wichtig waren Sklaven für das Funktionieren der Wikinger-Gesellschaft? Welches Schicksal hatten die Unfreien zu fürchten? Wie professionell organisiert war der Sklavenhandel und wie hat er sich weiterentwickelt? Und wie umfassend hat der Menschenhandel der Wikinger das mittelalterliche Europa geprägt und beherrscht?
 
Erstmals sucht ein Doku-Drama Antworten auf diese Fragen und erzählt die packende Geschichte der Wikinger und ihrer Sklaven.
 
Das skrupellose Vorgehen der Wikinger und die wahre Lebensgeschichte des Irischen Mönchs Findan, gefunden in original Handschriften aus dem 9. Jahrhundert, bilden die historischen Ausgangspunkte für eine filmische Reise in eine Zeit, als sich die Nordmänner nicht nur als Entdecker, sondern – weniger populär und bekannt – auch als gnadenlose Menschenhändler und Sklavenhalter in Szene gesetzt haben.
 
Überfallen, entführt und versklavt. Das wahre Schicksal von Findan und seiner Familie, steht stellvertretend für die hunderttausenden Leibeigenen und Unfreien unter dem Joch der Wikinger.
 
Der Film entführt den Zuschauer auf buchstäblich fesselnde Weise ins 9.Jahrhundert, und katapultiert ihn von dort immer wieder zurück in die Gegenwart, um Archäologen und Historiker auf ihrer Spurensuche in den versunkenen Welten der Wikinger zu begleiten.
Hochtechnologische Messtechniken aber auch klassische Grabungsarchäologie ermöglichen einen wissenschaftlich fundierten Brückenschlag über mehr als ein Jahrtausend hinweg, und erlauben aus heutigem Blickwinkel die Darstellung eines selten gezeichneten Erscheinungsbildes der Wikinger.
 
Borre in Norwegen, Birka in Schweden, Dublin, Istanbul oder auch Rheinau im Herzen Europas sind nur einige jener Orte, an denen die Handlungsfäden dieser Dokumentation zusammenlaufen.
 
Forschung trifft Geschichte
 
Wolfgang Neubauer vom Wiener Ludwig-Boltzmann-Institut zählt zu den weltweit führenden Georadar-Archäologen. Er wurde in Österreich zum „Wissenschafter des Jahres“ gekürt und hat die Geschichte von Stonehenge und Carnuntum durch seine Forschungen neu geschrieben.
Mit hochsensiblen Magnometer- und Radarsystemen scannen er und sein Team aus der Luft, am Boden und im Wasser zentimetergenau historisch relevante Grundflächen. Tief in der Erde verborgene Siedlungsstrukturen werden so wieder sichtbar gemacht, auch indem eine speziell entwickelte Software aus den Datenquellen ein detailliertes Modell in 3-D errechnet.
Eine klassische Grabung z.B. im norwegischen Borre hilft die Erkenntnisse aus der „Hi-Tech-Archäologie“ sprichwörtlich zu vertiefen.
 
So wurden dort im Olsofjord, unweit vom Fundplatz des weltberühmten Gokstad-Schiffs, nicht nur die Grundrisse riesengroße Wikingerhallen, sondern auch ein immenses Hafenbecken neu entdeckt.  
Im schwedischen Birka, einem der wichtigsten Handelsorte der Wikingerzeit, sind unter anderem ein Sklavenlager und fabrikähnliche Gebäude identifiziert worden, die neue Rückschlüsse auf das Leben der Wikinger und ihren Umgang mit Geiseln und Gefangenen erlauben.
 
Dazu werden historische Artefakte durchleuchtet. Wie orientalische Münzen, deren Weg aus dem Orient in den Norden Europas nachgezeichnet wird, oder wikingerzeitliche Handschellen und Fesseln, an denen sich Städtegründungen wie die von Dublin festmachen lassen.
 
Präzise Forschung und ganzheitliche Interpretation lassen prominente Wikinger-Orte in vollkommen neuem Licht erscheinen.


Eine Ko-Produktion von Interspot Film und Abú Media für ORF Universum History, ZDF/ARTE, svt, Ceska televize und TG4. Gefördert durch Fernsehfonds Austria, mit Unterstützung des Creative Europe – Media Programme der Europäischen Union und vertrieben durch ORF Enterprise.
 


interspotabu media
zdfartesvtCeska televize
Fernsehfond AustriaORF Entersprise

details

Buch:
Gernot Lercher
Regie:
Stefan Ludwig
Produzenten Interspot Film:
Nikolaus & Nils Klingohr
Executive Producer Interspot Film:
Stephan Hoenigmann
Producer Abú Media:
Pierce Boyce
Executive Producer ORF:
Tom Matzek
Commissioning Editor ZDF/ARTE:
Peter Allenbacher
Commissioning Editor ZDF History:
Michael Renz
Commissioning Editor ORF:
Caroline Haidacher
Commissioning Editor SVT:
Mikael Österby
Commissioning Editor CT:
Marketa Stinglova
Produktionsleitung:
Clemens Wollein

Produktion: 2019-2020
Fertigstellung: Ende 2020

Ihr Ansprechpartner

Stephan Hönigmann
Stephan Hönigmann
Telefon: +43-1-80120-255